Opsio - Cloud and AI Solutions
Monitoring6 min Lesezeit· 1.336 Wörter

Windows-Serverleistung überwachen: Tools, Zähler und Schwellenwerte

Johan Carlsson
Johan Carlsson

Country Manager, Schweden

Veröffentlicht: ·Aktualisiert:
Aus dem Englischen übersetzt und vom Opsio-Redaktionsteam geprüft. Original ansehen →

Um die Leistung von Windows Server zu überwachen, protokollieren Sie mit dem Leistungsmonitor die wichtigsten Zähler für CPU, Arbeitsspeicher, Datenträger und Netzwerk, vergleichen sie mit einer Baseline und den Schwellenwerten von Microsoft und gehen mit dem Ressourcenmonitor oder dem Task-Manager in die Prozesse, sobald ein Zähler in den roten Bereich geht. Bei mehr als wenigen Servern senden Sie dieselben Zähler an ein zentrales Monitoring-Tool mit Alarmen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Leistungsmonitor (Performance Monitor) ist in jeder Windows-Server-Version enthalten und kann Zähler mit einem Datensammlersatz (Data Collector Set) dauerhaft aufzeichnen, angelegt in der Oberfläche oder mit logman.
  • Microsoft wertet Datenträgerlatenz (Avg. Disk sec/Read und sec/Write) über 25 ms als Warnung und über 50 ms als kritisch.
  • Niedriger Memory\Available MBytes (unter 10 % des RAM) und niedrige % Idle Time (unter 10 %) sind die klarsten Zeichen für Speicher- und CPU-Druck.
  • Kurze Spitzen sind normal. Untersuchen Sie, wenn ein Zähler eine Minute oder länger im Warnbereich bleibt.
  • Erstellen Sie zuerst unter normaler Last eine Baseline; ohne sie lässt sich langsam nicht von normal unterscheiden.

Welche integrierten Tools überwachen die Leistung von Windows Server?

ToolEinsatzzweckSo öffnen Sie es
Task-ManagerSchneller Blick auf CPU-, Speicher-, Datenträger- und Netzwerknutzung und darauf, welcher Prozess ausgelastet istCtrl+Shift+Esc oder taskmgr
RessourcenmonitorLive-Details pro Prozess: genutzte Dateien auf dem Datenträger, Netzwerkverbindungen, Hard Faults im Speicherresmon
LeistungsmonitorZähler über die Zeit, Datensammlersätze, Berichte und Schwellenwert-Alarmeperfmon
Zuverlässigkeitsverlauf und EreignisanzeigeAbstürze, fehlgeschlagene Updates und Dienstfehler, die mit Verlangsamungen zusammenfallenperfmon /rel und eventvwr
Windows Admin CenterBrowserbasierte Verwaltung mit Leistungsdiagrammen über mehrere ServerAuf einem Gateway-Server installieren
PowerShell und BefehlszeileSkriptgesteuertes Abtasten von Zählern und Remote-ErfassungGet-Counter, typeperf, logman

Windows Admin Center ist Microsofts kostenloses browserbasiertes Werkzeug zur Verwaltung von Servern und Clustern und ein praktischer Zwischenschritt zwischen der Anmeldung auf jedem einzelnen Server und einer vollständigen Monitoring-Plattform.

Welche Leistungszähler sind am wichtigsten?

Microsofts Leitfaden zur Fehlersuche bei Leistungsproblemen in Windows listet die wichtigsten Zähler mit gesunden, Warn- und kritischen Bereichen auf. Die zentralen:

RessourceZählerGesundWarnungKritisch
Datenträger\LogicalDisk(*)\Avg. Disk sec/Read und sec/Write< 15 ms> 25 ms> 50 ms
Arbeitsspeicher\Memory\Available MBytes> 10 % des RAM oder mindestens 4 GB frei< 10 %< 1 % oder unter 500 MB
Arbeitsspeicher\Memory\% Committed Bytes In Use0–50 %60–80 %80–100 %
CPU\Processor Information(*)\% User Time< 50 %50–80 %> 80 %
CPU\Processor Information(*)\% Privileged Time< 30 %30–50 %> 50 %
CPU\Processor Information(*)\% Idle Time> 20 %> 10 %< 10 %
Netzwerk\Network Interface(*)\Bytes Total/sec (Anteil an der Linkgeschwindigkeit)< 50 %50–80 %> 80 %

Microsoft hält fest, dass kurze Spitzen akzeptabel sind; untersuchen Sie, wenn ein Wert länger als eine Minute hoch bleibt. Liegt ein Primärzähler im Warnbereich, finden Sie die Ursache mit den passenden Prozesszählern:

  • Datenträger: \Process(*)\IO Read Operations/sec und IO Write Operations/sec zeigen, welcher Prozess die Datenträgerlast verursacht.
  • Arbeitsspeicher: \Process(*)\Working Set zeigt, welcher Prozess den meisten RAM hält. Beobachten Sie auch Pool Paged und Pool Nonpaged Bytes, die auf Treiber- oder Kernel-Lecks hindeuten.
  • CPU: \Process(*)\% User Time und % Privileged Time. Hohe Privileged Time bedeutet meist Treiber-, Storage- oder Netzwerkarbeit, auch durch Filtertreiber von Virenscannern.
  • Netzwerk: Denken Sie daran, dass die Linkgeschwindigkeit in Bit angegeben wird. Eine 1-Gbit/s-Karte erreicht höchstens etwa 125 MB pro Sekunde.

Server mit bestimmten Rollen brauchen zusätzliche Zähler. Für SQL-Server- und IIS-Hosts siehe unsere Leitfäden zur Überwachung der SQL-Server-Leistung und zur Überwachung der IIS-Serverleistung.

So richten Sie dauerhaftes Logging mit dem Leistungsmonitor ein

  1. Datensammlersatz erstellen. Gehen Sie im Leistungsmonitor zu Datensammlersätze, Benutzerdefiniert, Neu. Oder nutzen Sie logman in einer Eingabeaufforderung mit Administratorrechten.
  2. Zähler wählen aus der Tabelle oben, plus Process(*)-Zähler, damit Sie den Verursacher später finden.
  3. Ein sinnvolles Intervall wählen. Microsofts Beispiel nutzt 15 Sekunden, weil ein Diagramm im Leistungsmonitor höchstens 1.000 Datenpunkte zeigt, bevor es Messwerte zusammenfasst.
  4. Ein zirkuläres Log mit Größenlimit verwenden, damit das Log nie den Datenträger füllt. Microsofts Beispiel begrenzt es auf 800 MB und gibt an, dass der Overhead unter 1 % liegt.
  5. Automatisch starten. Ein mit logman gestarteter Datensammlersatz startet nach einem Neustart nicht neu, ergänzen Sie also eine geplante Aufgabe beim Systemstart.
  6. Prüfen und vergleichen. Öffnen Sie die .blg-Datei im Leistungsmonitor und vergleichen Sie die Hochlastphase mit Ihrer Baseline.

Ein minimales Beispiel, angelehnt an Microsofts Leitfaden:

logman create counter PerfLog-15s -o "C:\perflogs\PerfLog-15s.blg" -f bincirc -max 800 -si 00:00:15 -c "\LogicalDisk(*)\*" "\Memory\*" "\Network Interface(*)\*" "\Processor Information(*)\*" "\Process(*)\*" "\System\*"
logman start PerfLog-15s

Für eine schnelle Prüfung aus PowerShell tastet Get-Counter Zähler auf lokalen oder entfernten Servern ab, zum Beispiel Get-Counter '\Processor Information(_Total)\% Processor Time' -SampleInterval 5 -MaxSamples 12.

So überwachen Sie viele Windows-Server zentral

Die Anmeldung auf jedem Server einzeln skaliert nicht. Senden Sie dieselben Zähler an eine zentrale Plattform, die den Verlauf speichert, Dashboards zeichnet und Alarme auslöst:

  • Azure: Azure Monitor Agent mit einer Datensammlungsregel für Windows-Leistungsindikatoren, für Azure-VMs und, über Azure Arc, für Server vor Ort.
  • AWS: Der CloudWatch Agent erfasst Windows-Leistungsindikatoren als benutzerdefinierte Metriken; die Dokumentation zum CloudWatch Agent listet auf, was er erfassen kann.
  • Open Source: Prometheus mit windows_exporter und Grafana-Dashboards oder Zabbix-Agenten.
  • Kommerziell: PRTG, SolarWinds, Datadog und ähnliche Tools bringen Windows-Vorlagen und Alarmierung mit.

Welches Tool Sie auch nutzen: Alarmieren Sie bei anhaltenden Überschreitungen (zum Beispiel fünf Minuten über dem Warnbereich) und nicht bei einzelnen Messwerten. Kombinieren Sie die Leistungsüberwachung mit Verfügbarkeitsprüfungen; unser Leitfaden zur Überwachung der Server-Betriebszeit behandelt diese Seite.

Best Practices für die Leistungsüberwachung von Windows Server

  • Erfassen Sie eine Baseline über mindestens eine normale Geschäftswoche, einschließlich Monatsende oder Batch-Spitzen, falls vorhanden.
  • Überwachen Sie neben der Latenz auch den freien Speicherplatz der logischen Laufwerke. Ein volles Systemlaufwerk verursacht Fehler, die wie Leistungsprobleme aussehen.
  • Halten Sie Zählernamen über alle Server hinweg einheitlich, damit Dashboards und Alarme wiederverwendet werden können.
  • Korrelieren Sie Zähler mit der Ereignisanzeige und Änderungsprotokollen: Viele Verlangsamungen beginnen direkt nach einem Patch, Treiberupdate oder einer neuen geplanten Aufgabe.
  • Prüfen Sie bei virtuellen Maschinen auch den Host. Ein Gast kann untätig wirken, während er auf CPU oder Storage eines überlasteten Hosts wartet.
  • Prüfen Sie Trends monatlich, um Kapazität zu planen, bevor Nutzer es merken.

Wie Opsio Ihnen hilft

Opsio betreibt 24/7-Monitoring und -Betrieb für Windows- und Linux-Server auf AWS, Azure und On-Premises. Wir richten Zähler, Dashboards und Alarmregeln ein, und unsere Engineers reagieren, wenn Schwellenwerte verletzt werden. Für Opus Bilprovning, ein schwedisches Fahrzeugprüfunternehmen mit rund 100 Stationen, bietet Opsio auf AWS einen verwalteten 24/7-Betrieb mit proaktivem Monitoring und Change Management; siehe die Fallstudie. Mehr zu unseren Server-Management-Services und zu Cloud-Monitoring und Support.

Häufig gestellte Fragen

Wie prüfe ich die Leistung von Windows Server schnell?

Öffnen Sie die Registerkarte „Leistung“ des Task-Managers für einen Überblick, dann den Ressourcenmonitor (resmon), um zu sehen, welche Prozesse CPU, Speicher, Datenträger und Netzwerk nutzen. Für den Verlauf verwenden Sie den Leistungsmonitor oder ein zentrales Monitoring-Tool.

Welche Datenträgerlatenz ist bei Windows Server gut?

Microsofts Leitfaden wertet eine durchschnittliche Lese- und Schreiblatenz unter 15 ms als gesund, über 25 ms als Warnung und über 50 ms als kritisch, gemessen mit den Zählern Avg. Disk sec/Read und sec/Write. Untersuchen Sie Phasen von mehr als einer Minute statt einzelner Spitzen.

Wie viel freien Speicher sollte ein Windows-Server haben?

Halten Sie Memory\Available MBytes über 10 % des RAM oder bei mindestens 4 GB. Unter 10 % ist eine Warnung; unter 1 % oder unter 500 MB ist laut Microsofts Leitfaden zur Fehlersuche kritisch.

Ist es sicher, den Leistungsmonitor auf einem Produktivserver auszuführen?

Ja, wenn er sinnvoll konfiguriert ist. Microsoft gibt an, dass der Datensammlersatz im Beispiel, der alle 15 Sekunden in ein zirkuläres Log mit 800 MB Obergrenze schreibt, weniger als 1 % Auswirkung hat.

Was ist das beste kostenlose Tool zur Überwachung von Windows Server?

Der Leistungsmonitor und Windows Admin Center sind kostenlos und für Windows Server gebaut. Für viele Server mit zentraler Alarmierung sind Open-Source-Lösungen wie Prometheus mit windows_exporter oder Zabbix gängige Wahlen.

Weiterführende Artikel

Verfasst von

Johan Carlsson
Johan Carlsson

Country Manager, Schweden

Johan leitet die Schweden-Operationen von Opsio und treibt KI-Adoption, DevOps-Transformation, Sicherheitsstrategie und Cloud-Lösungen für nordische Unternehmen voran. Mit über 12 Jahren Erfahrung in der Cloud-Infrastruktur hat er mehr als 200 Projekte auf AWS, Azure und GCP geliefert — mit Schwerpunkt auf Well-Architected-Reviews, Landing-Zone-Design und Multi-Cloud-Strategie.

Redaktionelle Standards: Dieser Artikel wurde von der oben genannten Cloud-Fachperson verfasst. Wir überarbeiten ihn, wenn sich die behandelte Technologie oder Regulierung ändert; die Daten auf dieser Seite zeigen die letzte Aktualisierung. Opsio ist redaktionell unabhängig.